
In Kuşadası stehen frischer Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt der Tafel: an der Theke gewählter Fisch, gegrillter Oktopus, Calamari und Garnelen. Dazu kommen ägäische Meze wie Queller, Radieschenblätter, Olivenöl-Gerichte und Girit ezmesi (kretische Käsecreme). Zu den regionalen Spezialitäten zählen außerdem die Feigen aus Aydın und die Çöp-Şiş-Spieße aus der Gegend um Selçuk.
Worauf beruht die Küche von Kuşadası?
Ein Blick auf einen gedeckten Tisch beantwortet die Frage, was man in Kuşadası isst: Meer, Olivenöl und Kräuter. Die Küche von Kuşadası lässt gute Zutaten sprechen, keine komplizierten Saucen. Fisch wird schlicht gegrillt. Kräuter treffen auf Olivenöl und Zitrone. Die Meze wechseln mit der Jahreszeit.
Kuşadası ist eine der Küstengemeinden der Provinz Aydın. Vorn die Ägäis, dahinter Olivenhaine – die Tafel lebt vom Meer wie vom Land. Die zehn Genüsse unten sind eine Einstiegsliste für alle, die zum ersten Mal hier sind. Die meisten finden Sie in der Meze-Vitrine und an der Fischtheke eines Fischrestaurants; einer führt Sie auf den Markt.
Aus dem Meer: Fisch, Oktopus, Calamari und Garnelen
1. Frischer Fisch aus der Theke. In Kuşadası beginnt richtiges Fischessen an der Theke. Wolfsbarsch, Dorade oder Pagell? Sie wählen mit den eigenen Augen. Meist können Sie gleich dort auch die Zubereitung besprechen. An der Ägäis braucht ein guter Fisch meist nur den Grill, etwas Olivenöl und Zitrone. Wählen Sie die Größe passend zur Zahl der Personen am Tisch; einen großen Fisch zu teilen ist ebenfalls möglich. Auch im Şef Restaurant Kuşadası wählen die Gäste ihren Fisch an der Theke; verkauft wird er zum Tagespreis oder nach Kilopreis. Die Sorten finden Sie auf der Fischkarte, welcher Fisch in welchem Monat Saison hat, im Guide zum saisonalen Fisch.
2. Gegrillter Oktopus. Oktopus gehört an der Ägäis fast das ganze Jahr auf den Tisch. Meist wird er zuerst weich gegart und dann kurz auf den Grill gelegt – so bleibt er außen leicht rauchig und innen zart. Wer kalt beginnen möchte, nimmt kalten Oktopus (ahtapot söğüş); wer es sättigender mag, Oktopus mit Beğendi, einem rauchigen Auberginenpüree. Gegrillter Oktopus und Oktopus aus dem Tandır-Ofen stehen bei den warmen Vorspeisen.
3. Calamari und Garnelen. Gute frittierte Calamari haben eine dünne, knusprige Hülle und sind innen zart. Gefüllter Kalmar und Baby-Kalmare bringen eine andere Textur auf denselben Tisch. Auch bei Garnelen ist die Auswahl groß: kalte Garnelen für Liebhaber kalter Vorspeisen, gebratene Garnelen oder Tempura für Warmes und Garnelen mit Beğendi für einen reichhaltigeren Teller.
Ägäische Meze: Kräuter, Olivenöl-Gerichte und Cremes
4. Queller (deniz börülcesi). Dieser schlanke grüne Trieb, der in den Salzwiesen der Küste wächst, ist ein Symbol der ägäischen Meze. Er wird gekocht, vom harten Mittelstrang befreit und mit Olivenöl, Knoblauch und Zitrone serviert. Sein leicht salziger, frischer Geschmack macht vor dem Fisch Appetit. Am frischesten ist er meist im späten Frühjahr und im Sommer.
5. Radieschenblätter, Portulak und gemischte Kräuter. An der Ägäis sind Kräuter ein selbstverständlicher Teil der Tafel. Radieschenblätter (turp otu) isst man als kalten Salat oder in Olivenöl gebraten. Im Sommer trifft Portulak auf Joghurt. Je nach Saison füllen auch Wildkräuter wie Radika (wilde Zichorie), Şevketibostan (Golddistel) und Arapsaçı (wilder Fenchel) die Marktstände. Wer warm beginnen möchte, ist mit gebratenen Wildkräutern gut beraten.
6. Olivenöl-Gerichte (zeytinyağlılar). Artischocken und enthülste Saubohnen in Olivenöl schmecken nach Frühling. Gefüllte Weinblätter stehen fast das ganze Jahr auf dem Tisch, im Winter begleitet von Kohlrouladen. Olivenöl-Gerichte isst man kalt oder zimmerwarm – ideal für lange Tafeln mit viel Gespräch.
7. Girit ezmesi, Fava und Haydari. Bei ägäischen Meze denkt man sofort an dieses Trio. Girit ezmesi (kretische Käsecreme) wird meist aus Weißkäse oder Lor (frischem Quarkkäse), Walnüssen oder Pistazien und Olivenöl zubereitet; es gibt auch eine Variante mit Basilikum. Fava ist ein feines Püree aus getrockneten Saubohnen. Haydari besteht aus abgetropftem Joghurt, Knoblauch und Kräutern. Wer es etwas schärfer mag, findet mit scharfem Paprika-Tarator und Antep Ezme Abwechslung. Die vollständige Liste finden Sie bei den Meze.
Eingelegter Fisch und die Genüsse von Aydın
8. Lakerda und Çiroz. Mit Salz gereifte Fische sind alte Freunde der Rakı-Tafel. Lakerda wird aus gesalzenem und gereiftem Bonito – Palamut oder dem größeren Torik – hergestellt; man isst ihn in Scheiben mit roter Zwiebel und Olivenöl. Çiroz ist gesalzene und getrocknete Makrele. Wer es leichter mag, findet marinierten Wolfsbarsch und marinierte Sardellen bei den marinierten Meeresfrüchten.
9. Feigen aus Aydın. Die Provinz Aydın, zu der Kuşadası gehört, ist eines der wichtigsten Feigenanbaugebiete der Türkei und auch für ihr Olivenöl bekannt. Frische Feigen kommen meist im August und September auf die Märkte. Getrocknete Feigen gibt es das ganze Jahr – ein praktisches Mitbringsel für die Heimreise.
Mit einem Dessert die Tafel abschließen
10. Ein schlichtes Dessert. Nach Fisch passen schlichte Desserts besser als schwere. Gebackener Milchreis und Kazandibi (karamellisierter Milchpudding) stehen für die milchige Seite, kandierter Kürbis und Quittendessert für die fruchtige. Quitten haben im Herbst und Winter Saison – dann passt Quittendessert am besten. Wer Süßes in Sirup liebt, findet Kalburabastı und Kemalpaşa bei den Desserts.
Was essen Gäste in Kuşadası, die keinen Fisch mögen?
Sitzt jemand am Tisch, der keinen Fisch isst, ist das kein Problem. Die meisten ägäischen Meze beruhen auf Gemüse, Kräutern und Joghurt. Geröstete Aubergine, Zucchinipuffer (Mücver), Pilze mit Kaşar-Käse und gegrillter Dorfkäse ergeben eine sättigende Tafel. Führt Sie Ihr Weg Richtung Selçuk, probieren Sie auch Çöp Şiş, die kleinen Fleischspieße, für die die Gegend bekannt ist. Im Şef Restaurant Kuşadası stehen Fleisch- und Hähnchengerichte für Gäste, die keinen Fisch essen, auf der Karte.
Wie deckt man eine Tafel nach ägäischer Art?
Wenn Sie wissen, was man in Kuşadası isst, geht es ans Zusammenstellen. Eine ägäische Tafel hat keine Eile. Zuerst kommen drei, vier kalte Meze, dann ein, zwei warme Vorspeisen und zuletzt der Fisch. Zum Fisch genügt ein schlichter Salat wie Rucola- oder Hirtensalat. Meze zu teilen ist geselliger und praktischer. Fragen Sie beim Auswählen an der Theke nach Gewicht und Preis des Fisches – dann gibt es bei der Rechnung keine Überraschung. Wer die Tafel mit Rakı decken möchte, findet im Guide zur Tafel mit Rakı und Fisch alle Hinweise.
Mit 4,3/5 bei 114 Bewertungen auf Tripadvisor und dem Siegel Travellers' Choice gehört das Şef Restaurant Kuşadası laut Gästebewertungen zu den besten Fischrestaurants in Kuşadası. Sehen Sie sich die ganze Speisekarte an und reservieren Sie Ihren Tisch auf der Reservierungsseite. Wer den Abend mit dem Sonnenuntergang beginnen möchte, wirft auch einen Blick in den Sonnenuntergangs-Guide.

